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Der Sarbanes-Oxley Act (SOX)

Überblick
Der Sarbanes-Oxley Act regelt die Verantwortlichkeiten und Haftungen von Unternehmensmanagement und Wirtschaftsprüfern neu. Die Anforderungen an die Richtigkeit der publizierten Finanzdaten wurden massiv verschärft. Dadurch soll die Qualität der Rechnungslegung nachhaltig verbessert und sichergestellt werden. Die Verantwortlichkeit für die Einführung eines funktionierenden internen Kontrollsystems, dessen Prüfung und ständige Aktualisierung sind strikt vorgegeben.

Art und Umfang der Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen und Wirtschaftsprüfer werden durch die Vorgabe erlaubter Tätigkeiten des WPs für seinen Mandanten klar definiert.

Die persönliche Verflechtung des Managements mit dem Unternehmen wurde entzerrt, beispielsweise durch die strikte Reglementierung von Darlehensgewährungen.

Die Einrichtung eines Audit Committees aus Mitgliedern des Managementboards verschärft die Wahrnehmung der Überwachungsaufgaben von Rechnungslegungsprozessen und Abschlussprüfung, Einrichtung und Wirksamkeit eines IKS.

Zur Einhaltung der zahlreichen Regelungen durch die Wirtschaftsprüfer wurde ein neues Kontrollgremium installiert, das „Public Company Accounting Oversight Board“ (PCAOB), welches wiederum der Kontrolle der Securities and Exchange Commission (SEC) unterliegt.

Weiterhin wurden neue einschneidende Corporate Governance Regelungen geschaffen, welche eine Ergänzung bzw. Abänderung des Securities Exchange Act von 1934 darstellen.1

Verstöße gegen dieses Gesetz führen zu zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen für die Beteiligten.


Anwendungsbereich

Das Gesetz gilt nicht nur für US-amerikanische Publikumsgesellschaften, sondern auch für alle Unternehmen, die einen der SEC als Börsenaufsicht unterliegenden Kapitalmarkt in Anspruch nehmen (listed companies) sowie deren Tochtergesellschaften, sofern sie eine wesentliche Einheit der Muttergesellschaft verkörpern (significant subsidiaries). Deutsche Unternehmen, deren Aktien in den USA gehandelt werden (foreign private issuers) fallen somit unter den Geltungsbereich.

Deutsche Prüfungsgesellschaften, die Prüfungsleistungen für diese Unternehmungen erbringen, unterliegen gem Sec.106 SOX ebenfalls der US-Aufsicht. Sie haben die Pflicht der Registrierung, um Prüfungsleistungen erbringen zu dürfen.

Das PCAOB kann darüber hinaus noch die Registrierungspflicht auf solche Prüfer erweitern, die eine wesentliche Rolle bei der Erbringung von Prüfungsleistungen spielen. Dies kann z. B. die Prüfung von deutschen Tochtergesellschaften eines Emittenten aus den USA sein.

Somit unterliegen potenziell alle größeren deutschen Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften der Wirtschaftsprüferkammer und der US-Berufsaufsicht PCAOB.2


1Vgl. Lanfermann, Georg/ Maul, Dr. Silja, Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Acts in Deutschland, Betriebs-Berater, Jahrgang 55, Heft 34, 23.08.02, S. 1725
2Vgl. Lanfermann, Georg/ Maul, Dr. Silja, a.a.O., S. 1725


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Ein agens Unternehmen
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